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Bertha Meier war Jüdin, deshalb wurde sie 1942 in ein Konzentrationsla ger gebracht und war seitdem verschollen und ist mit Wirkung vom 8.5.1 945 für tot erklärt worden. Unter dem Druck, die Kinder Ruth und Ilse zu schützen, hat Johann Parczyk in eine Scheidung von Bertha Meier einge willigt. Die letzte Nachricht kam aus Ravensbrück.

Bis zu ihrer Heirat 1933 wohnte sie in Gelsenkirchen, Wiehagen 43

Am 15.2.1938 war sie gemeldet in Leipzig, Braunschweiger Str. 26 (https:/maps.google.de/maps?q=braunschweiger+str.+26,+leipzig&ie=UTF 8&oe=utf-8&client=firefox-a&hnear=Braunschweiger+Stra%C3%9Fe+26,+Gohli s+04157+Leipzig,+Sachsen&t=h&z=16), ab 16.11.1940 in Bispingen, Kreis Soltau, Feldstraße 22.

Heike Schallenberg: Nach Bispingen sind sie später gegangen, weil dor t eine Freundin von Berta lebte. Nachdem Berta nicht meht lebte und Johann im Krieg war wurden die Töchter dort von einem holländischen Hausmädchen betreut. Verraten wurde Berta durch einen Anruf ihrer Mutter aus Berlin, die deportiert werden sollte und sich von Berta verabschieden wollte. Da damals nicht jeder Haushalt einen Telefonanschluß hatte, g ing dieser Anruf über den Bürgermeister, der Nazi war. Diesermeldete Berta daraufhin und sie wurde später auch deportiert.

Bürgermeister bis 1940 oder 1941 war Willi Brunkhorst Bürgermeister/1. Beigeordneter= Alfred Meyer, Polizist= Herr Franke

Nachricht von ITS Bad Arolsen am 06.02.2008: Berta Mayer wurde am 8. April 1942 durch die geheime Staatspolizei Ham burg in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel eingeliefert und am 28. Mai / 6. Juni 1942 zum Konzentrationslager Ravensbrück überstellt, Häftling s-Nummer 11569 Kategorie: "Schutzhaft", "R.Sch." (Rasseschänderin), "Jüdin" In dem Dokument wird Berlin als Geburtsort angegeben.

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Gemeindearchiv Bispingen:

Gemeindearchiv Bispingen zurück Borsteler Str. 4-6 29646 Bispingen

Telefon: 05194 / 39811 Träger: Gemeinde Bispingen Fax: 05194 / 39816 Landkreis: Heidekreis E-Mail: Ehem. Reg. Bez.: Lüneburg Homepage:

Gemeindezuständigkeit: Borstel i.d.K., Bispingen, Haverbeck, Hörpel, H ützel, Steinbeck/Luhe, Volkwardingen, Wilsede Öffnungszeiten Benutzerarbeitsplätze keine Technik Kop Archivleiter Status Ansprechpartner Frau Schramm Bemerkungen "Eine Bearbeitung sämtlicher Akten zwecks Archivierung wir d angestrebt."

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Heike Schallenberg schreibt: Aus den Erzählungen meiner Mutter weiß ich, dass Johannes von meinen U rgroßeltern ein Geschäft auf Schalke bekommen hat, damit er seine Fami lie ernähren kann. Dort standen eines Nachts die Nazis vor der Tür und wollten das Haus stürmen undmilie ist bei Nacht und Nebel durch die Hintertür geflüchtet Dann weiß ich noch, dass Ilse mit ihrer Mutter in Berlin gewesen ist u nd dort häufiger Verwandschaft in einer Grünwalder Villa besucht hat. In den siebziger Jahren hätte sie in Ostberlin Häuser übernehmen solle n, um sie zu erhalten: Sie hat es damals abgelehnt, da sie in die DDR hätte übersiedeln müsse n. Es ist bekannt, dass es in Berlin eine Familie Mayer gab, die sehr viel in Immobilien gemacht hat. Zu der Geschichte von Berta und Johannes weiß ich nur, dass Berta, als sie mit Ruth schwanger war, von ihren Eltern in die Schweiz auf eine Mädchenpensionart geschickt wurde. Als das gefallene Mädchen dann mit dem Kind wieder nach Hause kam, hat sie wieder mit Johann Kontakt aufgenommen, obwohl es streng verboten war. Als sie dann mit Ilse schwanger war, wurde schnellstmöglich gehei ratet. Die Geburtsurkunde von Berta ist im Geburtsregister des Standesamtes 1 Essen unter der Nummer 74/1911 registriert.

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Kultur- und Heimatverein Bispingen:

Hans Hermann Dittmer 05194-7244

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Notiz von Heike Schallenberg, 08.02.2015: Hallo Werner, ich komme gerade von Ilse. Sie war heute mal wieder in Plauderstimmung und hat einiges erzählt. Vielleicht ist ja etwas Neues dabei. Also, in der Reichskristallnacht sind sie aus Gelsenkirchen geflüchtet. Berta war ja als junges Mädchen in der Schweiz auf der Schule für höhere Tchter, wie man damals so schön sagte. Aus dieser Zeit hatte sie eine Freundin, die Tochter eines deutschen Arztes. Sie hieß Werks vlt auch mit ck. Ihren Mädchennamen wußte Ilse leider nicht. Diese hatte mit ihrem Mann zusammen ein Ferienhaus in Bispingen. Dort sind Ilse und Berta erstmal untergekommen. Als Ruth dann auch dazu kam, wurde es zu klein und sie bekamen die Wohnung im Haus Bartels. Wie Ilse sagte, hat ihr damaliger Lehrer, Herr Plath oder Plathe, ihre Mutter bei dem Bürgermeister angeschwärzt, voraufhin sie dann ja abgeholt wurde. Hast du schon etwas Neues aus Bispingen gehört ? Währe nett, wenn du dich melden würdest, LG Heike

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Standesamt Essen: aus dem hier geführten Geburtseintrag von Berta Mayer ergeben sich led iglich die Namen der Eltern:

Vater: der Hausierer Moses Mayer, jüdischer Religion Mutter: seine Ehefrau Rosa Mayer geb. Moses, jüdischer Religion beide wohnhaft in Essen, Severinstr. 61 Geburts- oder Heiratsdaten der Eltern sind nicht eingetragen, auch kei ne Heiratsdaten oder Kinder von Berta Mayer selbst. Geschwister werden in einem Geburtseintrag nicht vermerkt.

Vermerkt ist auch noch, dass Berta Mayer ?wie Ihnen schon bekannt ist- für tot erklärt wurde; als Zeitpunkt des Todes wurde der 08.05.1945 festgesetzt.

Bei der Heirat mit Johann wohnte Berta in Alt-Gelsenkirchen, Wiehagen 43.

Bertas Familie war eine recht begüterte Berliner Familie, Hans war als einfacher Bergmann nicht gerade eine gute Partie, und so waren sie vo n Bertas Partnerwahl nicht begeistert. Erst nach der Geburt des zweite n Kindes willigten sie in eineHeirat ein. Um der Tochter ein standesg emäßes Leben zu ermöglichen, finanzierten sie Hans ein Geschäft, vermu tlich einen Kohlehandel.

Die junge Familie wohnte zunächst in Gelsenkirchen, vielleicht in der Grillostraße, später aber, vermutlich schon 1933 oder 1934, zogen sie nach Bispingen in der Lüneburger Heide.

Warum sie diesen Umzug machten, ist nicht geklärt: Vielleicht wurde da s Leben in Gelsenkirchen zu gefährlich - Berta war, wie Hans, katholis ch, hatte aber jüdische Eltern und Großeltern. Möglicherweise ließ sic h in Bispingen unauffälligerhatte im Bergbau gearbeitet, er war da nn in der Nähe von Bispingen im Straßenbau beschäftigt.

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Bundesarchiv:

  • Berta Mayer (*05.01.1911) taucht mit dem Beruf Säuglingspflegerin 19 32 in Unterlagen der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig auf, damals wohnhaft in der Parthenstr. 5. Für nähere Auskünfte müssten Sie sich direkt an die LeipzigerGem wenden, die ein eigenes Archiv unter hält.
  • Desweiteren liegt die Ergänzungskarte für Angaben über Abstammung un d Vorbildung aus der Volkszählung vom 17. Mai 1939 (Bestand R 1509 Rei chssippenamt) im Bundesarchiv vor. Die Karten sind aus konservatorisch en Gründen für Benutzung undRepnen gesperrt, es wurde aber eine Daten bank angefertigt, welche alle Informationen der Karten enthält. Berta Partner geb. Mayer wohnte dort zusammen mit ihrem Mann Johann Partner (*02.02.1904) und ihren Töchtern Ilse (*26.12.1933) und Ruth(*19.10.1 930) in der Freudenthalstr. 351 in Fallingbostel/Prov. Hannover, wobei Ruth zum Zeitpunkt der Volkszählung vorübergehend abwesend war. Bei d en Angaben zur Abstammung wird Johann Partner als nichtjüdisch, Berta als volljüdisch (allevier Gßelnteile waren jüdisch) registriert. Hint ergrundinformationen zu den Ergänzungskarten finden Sie im Internet un ter http:/www.bundesarchiv.de/fachinformationen/01601/index.html.de.